KaribikMagazin

So sieht Weihnachten auf Karibik-Kreuzfahrt aus

Glühwein und Lebkuchenhäuser gibt es auch auf hoher See. Doch was ist mit der festlichen Stimmung?

Eine Kurzumfrage bei Passagieren auf der Mein Schiff 3 ergibt: Die einen verbringen die Festtage in der Karibik, weil sie mal «etwas Besonderes» machen wollten. Die anderen sind vor kaltem Wetter und Geschenkestress geflüchtet. Wobei die letzteren ganz klar zu überwiegen scheinen.

Vielleicht kommt auch deshalb nicht so richtig festliche Stimmung auf, obwohl sich die Crew wirklich alle Mühe gibt. An Heiligabend gibt es artistisch untermalte Lesungen des «Kleinen Prinzen», in der Weihnachts-Gala hüpfen Nikoläuse im Takt über die Bühne, auf dem Pooldeck wird ein kleiner Adventsmarkt improvisiert, der Christmas-Klassiker «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» wird gezeigt, ja sogar eine Mitternachtsmesse wird abgehalten.

Das Schiff ist ohnehin schon seit unserer Ankunft festlich dekoriert: Lebkuchenhäuser, Lametta – es fehlt an nichts. Irgendwie verströmt der Glühwein bei 30 Grad Aussentemperatur aber nicht seine gewohnte Wirkung.

Wenn Weihnachten eine Riesenparty ist

Ziemlich anders stimmen sich die Bewohner Grenadas auf das frohe Fest ein. Sie stellen ihren quietschbunt geschmückten Christbaum auf den Balkon, dekorieren ihre Autos mit Glitzergirlanden und kaufen auf dem Markt kiloweise Fleisch für das Weihnachtsbarbecue ein, während ein Rapper mit rot-weisser Mütze und angeklebtem Rauschebart Werbung für ein Sonnenbrillengeschäft macht.

«Weihnachten ist bei uns einfach eine riesengrosse Party», erklärt Reiseführer Eddie. «Wir ziehen den ganzen Tag von Haus zu Haus. An jeder Station essen wir Kuchen, trinken Wein und singen Weihnachtslieder.» Und damit meint er kein fluffiges «Jingle Bells» oder ein andächtiges «Stille Nacht», sondern pumpende Reggaeton- und Soca-Songs, die sich um die fröhlichsten Tage im Jahr drehen.

Dieses wohlig-warme Gefühl

Damit wir wissen, wovon er spricht, lässt er den Sound aus den Boxen dröhnen, während wir die Serpentinen vom Kratersee hinab in die Hauptstadt St. George's kurven – und siehe da: Zum ersten Mal kommt dieses wohlig-warme Gefühl auf, das sich Weihnachtsstimmung nennt. Wer braucht da noch importierte Bräuche?

Wenn es nach mir geht, dürfen Festtage in der Karibik gerne auch einen karibischen Touch haben. Ich habe den 25. Dezember auf Bonaire deshalb mit meinen Tauchbuddys 20 Meter unter dem Meeresspiegel verbracht. Nächstes Jahr dürfen es gerne wieder Schnee und Fondue Chinoise sein. Im Moment erfreue ich mich an faszinierenden Fächerkorallen und herzigen Seepferdchen – die sind doch auch ein Grund zum Feiern!